Rück- und Ausblick auf die nächste Handelswoche

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Die Handelswoche im Blick

Entgegen der meisten Prognosen hat Donald Trump die Präsidentenwahl in den USA gewonnen. Dieser überraschende Sieg hat die Börsen in aller Welt zunächst durchaus erschüttert: Die Aktienkurse rutschen ins Minus. Allerdings fielen die Kursausschläge nicht so stark aus, wie zuvor befürchtet. Zudem verdauten die Märkte den Schock recht schnell und nach der Wahl legten viele Werte an den US-Börsen sogar deutlich zu. Dennoch befürchten rund um den Globus Bürger, Wirtschaft und Politik eine „Periode der Unsicherheit“, wie Frankreichs Präsident Francois Hollande in seiner ersten Reaktion sagte.

Der amerikanische Notenbanker Robert Kaplan warnte dagegen vor vorschnellen Schlüssen. Er sieht in der Politik Trumps sowohl Aspekte, die sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnten, wie auch solche, die negative Folgen haben könnten. Allerdings konnte auch er nicht sagen, welche dies sein werden. Ankündigungen Trumps wie die Erhöhung der Ausgaben für Infrastruktur wecken in den USA durchaus Hoffnung auf eine positive Entwicklung. Andere Aussagen des designierten Präsidenten wie die Begrenzung der Einwanderung in die USA, die sich in der Regel positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt, sorgen jedoch für Unsicherheit und Skepsis.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Bank of England verfolgt neutrale Geldpolitik

Der Wahlsieg Donald Trumps in den USA war bereits die zweite große Überraschung in diesem Jahr. In Europa wird derweil weiterhin über die erste diskutiert – den Brexit. Die Bank of England behielt zuletzt ihren Zinssatz bei, hob aber zugleich ihre Inflations- und Währungserwartungen an. Der Chef der BoE, Mark Carney sagte, dass sich die Meinung der Notenbank über den Brexit nicht verändert habe. Dennoch will man nun eine neutralere Geldpolitik verfolgen und die bisherige lockere Geldpolitik aufgeben.

Für das dritte Quartal 2020 lag die BoE mit ihrer Einschätzung zum Wirtschaftswachstum weit daneben. Statt der erwarteten 0,5 Prozent stieg das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,1 Prozent. Carney begründete diese Fehleinschätzung damit, dass der Konsum im Land stärker gestiegen sei als erwartet. Dies führt er darauf zurück, dass die Privathaushalte nicht von den Unsicherheiten rund um den Brexit beeinflusst seien. Zudem erhöhte die Notenbank ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr auf 1,4 Prozent. Zuvor ging man nur von 0,8 Prozent aus.

Häuserpreise in London fallen

Häuser in den besten Londoner Wohngegenden sind derzeit so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Seit dem Brexit fallen die Häuserpreise deutlich und verbilligten sich im Oktober sogar um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist der stärkste Rückgang seit 2009. Die besten Wohngegenden Londons erstrecken sich von Kensington und Notting Hill im Westen von London bis zur City of London, dem Wirtschaftszentrum im Osten der Stadt. Im Stadtteil Chelsea sind Häuser zur Zeit sogar 9,9 Prozent günstiger als noch vor einem Jahr. Das Immobilienunternehmen Knight Frank sieht den Grund für die niedrigeren Häuserpreise darin, dass die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum zu realistischeren Preisvorstellungen der Verkäufer geführt hat.

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Britischer Automark wächst

Gute Zahlen kommen vom britischen Automark. Allerdings profitierten die Autohändler dabei von einer gestiegenen Nachfrage durch Unternehmen; private Autokäufer waren zurückhaltender. Die Nachfrage von privaten Autokäufern sank im Oktober den siebten Monat in Folge. Insgesamt wurden in diesem Jahr bisher 1,4 Prozent weniger Fahrzeuge in Großbritannien zugelassen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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Die Nachrichten vom Automarkt könnten ebenfalls darauf hindeuten, dass das Brexit-Votum weiterhin für Verunsicherung bei den Briten sorgt. Zudem könnte der starke Fall des Pfunds die Einkommen der Bürger belasten. Daher gehen Experten davon aus, dass die Kaufkraft der Konsumenten in den kommenden Monaten sukzessive schwächer wird. Vor allem vor größeren Anschaffungen könnten die Briten dann zurückschrecken.

Wieder mehr Flugreisen

Die Terroranschläge in Paris und Brüssel sowie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Reisezielen wie der Türkei oder Nordafrika hatten zur Folge, dass im Sommer weniger Flugreisen gebucht wurden. Im September erholte sich der Flugreisebetrieb jedoch wieder. Der Passagierverkehr nahm um sieben Prozent im Vergleich zu Vorjahr zu. Dies war der höchste Anstieg seit sieben Monaten. Vor allem Flugreisen in die Asien-Pazifik-Region und in den Nahen Osten wurden häufiger gebucht. Hier registrieren die Airlines den stärksten Zuwachs.

Rekordumsätze im Weihnachtsgeschäft erwartet

In Deutschland freut sich der Einzelhandel auf das Weihnachtsgeschäft und erwartet in diesem Jahr sogar Rekordumsätze. Der Branchenverband HDE geht davon aus, dass die Umsätze in diesem Jahr um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen werden. Damit könnte der Einzelhandel in diesem Jahr vor Weihnachten 91 Milliarden Euro erwirtschaften und damit erstmals die 90-Milliarden-Euro-Marke knacken. In diesem Jahr ist die Ausgangslage besonders günstig: Die Kauflaune der Deutschen ist gut und der Arbeitsmark ist stabil. Dies könnte sowohl für den Einzelhandel in den Innenstädten wie auch für den Onlinehandel große Einnahmen bedeuten.

Besonders das Online-Geschäft brummt vor Weihnachten. Onlinehändler erwirtschaften im November und Dezember rund ein Viertel ihres Jahresumsatzes. Dies erfreut auch die Deutsche Post. Dort rechnet man damit, dass vor Weihnachten mehr als acht Millionen Pakete pro Tag ausgeliefert werden müssen. Auch dies wäre ein Rekord. Damit erwartet auch die Post ein starkes Weihnachtsgeschäft.

Wachstumsfonds für Startups

Die EU will mit einem neuen Wachstumsfonds regionale Startups mit bis zu 1,6 Milliarden Euro unterstützen. 400 Millionen Euro kommen dafür von der Europäischen Union; die restlichen 1,2 Milliarden Euro private Investoren beisteuern. Mit diesem Geld will Carlos Modeas, der EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, junge Firmen unterstützen und einen Mangel an Wagniskapital in Europa beseitigen.

In Europa entstehen zwar zahlreiche neue Unternehmen, aber dennoch gibt es seiner Ansicht nach Probleme bei der Förderung der Unternehmen und der Finanzierung des Wachstums nach der Startphase. Derzeit werden viele Startups kurz nach der Gründung von Venture-Capital-Fonds von anderen Kontinenten gekauft. Dieser Entwicklung will Modeas mit dem geplanten Wachstumsfonds entgegentreten, damit neu gegründete Firmen langfristig in Europa bleiben.

Auswirkung der US-Wahl auf Inflationsbarometer

Die Erwartung höherer Verbraucherpreise in den USA wirkt sich auch auf Europa aus. Der sogenannte Five-Year-Five-Year-Forward, ein wichtiges Inflationsbarometer in der Eurozone, stieg auf 1,4890 Prozent an und erreichte damit den höchsten Wert seit Mai. Diese Zahl besagt, dass Investoren glauben, dass ab 2021 die Inflation in der Eurozone fünf Jahre lang bei etwa 1,4890 Prozent liegen wird. Diese Zahl liegt allerdings immer noch unter dem Inflationsziel der EZB von zwei Prozent, das damit auch mittelfristig nicht erreicht wird.

TTIP-Verhandlungen auf Eis gelegt

Eine unmittelbare Folge der Wahl Donald Trumpos ist, dass die Verhandlungen für das Freihandelsabkommen TTIP zunächst für einige Zeit pausieren. Trump sprach sich im Wahlkampf gegen Freihandelsverträge aus, da sie seiner Meinung nach Arbeitsplätze in der amerikanischen Industrie vernichten. Derzeit ist für die europäischen Handelsminister sowie für EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström völlig unklar, wie es mit den TTIP-Verhandlungen weitergeht. Der französische Außenhandelsstaatssekretär Matthias Fekl sagte gar, dass die Verhandlungen „tot“ seien. Kollegen wie die schwedische Europa- und Handelsministerin Ann Linde glauben zwar nicht, dass TTIP schon gestorben ist, aber dass die Verhandlungen möglicherweise für Jahre auf Eis gelegt werden könnten.

USA

Reaktionen zu Trumps Wahlsieg

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat an den Finanzmärkten und unter den europäischen Volkswirten zunächst für einen Schock gesorgt. Viele reagierten ähnlich überrascht wie im Juli nach dem Votum der Briten für den Brexit. Die Folgen für die weltweite Wirtschaft könnten jedoch deutlich verheerender sein.

So sprach Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, von einem „politischen Erdbeben“. Er befürchtet schwere Handelskonflikte. Stefan Bielmeier von der DZ Bank ist der Ansicht, dass die US-Wirtschaft von einem Konjunkturprogramm zunächst profitieren würde, mittelfristig aber eine spürbar geringere Wachstumsdynamik in den USA wie auch weltweit mit sich bringen wird. Auch die Handelspartner der USA könnten Schaden nehmen, wie Holger Schmieding, der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, befürchtet.

US-Handelsindustrie ruft Trump zur Mäßigung auf

Die US-Industrie ruft Donald Trump dazu auf, eine umsichtige Handelspolitik, gerade im Umgang mit China und Mexiko, anzustreben. Lobby-Gruppen, Konzernchef und Abgeordnete in den USA sind der Ansicht, dass sich Freihandelsabkommen positiv auf das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung neuer Arbeitsplätze auswirken können. Trump gilt allerdings als Gegner von Freihandelsabkommen wie dem NAFTA-Abkommen zwischen Mexiko, den USA und Kanada. Zudem sorgt man sich, dass Trump mehr Druck auf die unabhängige Notenbank Fed ausüben könnte.

Fed betont Unabhängigkeit

Die Fed betont derweil ihre Unhabhängigkeit und politische Neutralität. John Williams, der Präsent der Fed in San Francisco, bekräftigten am Tag nach der Wahl, dass diese Unabhängigkeit der Fed äußerst wichtig ist. Donald Trump hatte im Wahlkampf wiederholt deutliche Kritik an der Niedrigzinspolitik der Notenbank geäußert. Zudem stellte er die Unabhängigkeit der Fed in Frage und bezeichnete deren Chefin Janet Yellen als „Befehlsempfängerin“ von Barack Obama. Er sagte zudem, dass er Yellen 2020 nicht für eine weitere Amtszeit an der Spitze der Fed nominieren wolle. Die Fed will laut Williams allerdings weiter an ihrem Kurs festhalten. Die Debatte um sukzessive Zinsanhebungen sei weiterhin sinnvoll.

Handelspartner fordern Klarheit

Die Handelspartner der USA fordern nach seinem Wahlsieg rasch Aufklärung von Donald Trump und möchten wissen, wie er sich den Kurs für seine Zeit im Weißen Haus vorstellt. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beispielsweise möchte zeitnah wissen, wie es mit der globalen Handelspolitik weitergeht. Auch Juncker geht davon aus, dass die TTIP-Verhandlungen zunächst auf Eis gelegt werden. Joe Kaeser, der Chef von Siemens, sprach sich dagegen dafür aus, Trump zunächst einmal eine Chance zu geben.

Die Sorgen der europäischen Handelspartner beziehen vor allem sich auf Aussagen Trumps im Wahlkampf, dass er gegenüber Erleichterungen für Europäer beim Zugang zum US-Markt negativ eingestellt ist. Auch auf europäische Waren will er höhere Zölle erheben. Mit dieser Handelsstrategie will er die US-Wirtschaft gegen Konkurrenz aus dem Ausland – vor allem aus China – abschotten.

Geldpolitik

Anhaltende Konjunkturerholung im Euroraum

Die EZB sieht die Wirtschaft im Euroraum auf dem Weg der Erholung. Die EZB prognostiziert, dass sich das Wirtschaftswachstum moderat, aber stetig fortsetzen wird. Derzeit unterstützen günstige Finanzierungsbedingungen und eine verbesserte Ertragslage der Unternehmen Investitionen. Die Konjunktur ist aus Sicht der EZB aber weiter in Gefahr. Zwischen Juli und September stieg das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone um 0,3 Prozent. Dies ist der gleiche Anstieg wie im Frühjahr.

Spekulation auf Aufnahme griechischer Anleihen in das Ankaufprogramm der EZB

Ministerpräsident Tsipras sagte, dass die EZB möglicherweise ab dem ersten Quartal 2020 griechische Anleihen in ihr Anleihenprogramm aufnehmen könnte. Diese Meldung beflügelte die griechischen Anleihen. Die Rendite der zweijährigen Titel sowie der zehnjährigen Papiere fielen jeweils um rund 0,5 Prozent.

Und auch in Italien sorgen die Anleihenkäufe der EZB für Gesprächsstoff. Die italienische Notenbank erwartet, dass die Anleihekäufe auch nach März 2020 fortgesetzt werden. Dennoch stellt sich bei der italienischen Zentralbank die Frage, wie weit die Grenzen des Programms erweiterbar sind. Ein Herunterfahren der Käufe hält man in Italien derzeit für unwahrscheinlich.

Kritik am Anleihenprogramm

In Deutschland ist das Programm der EZB dagegen immer umstrittener. In ihrem Jahresgutachten kritisierten die Wirtschaftsweisen die Geldflut der EZB als nicht mehr angemessen und forderten die Zentralbank auf, die Anleihenkäufe vorzeitig zu beenden. Diese Einschätzung wird in Europa allerdings nicht überall geteilt. Eine Umfrage des Forschungsinstituts CFM unter 64 britischen Ökonomen zeigte kürzlich, dass 78 Prozent der Befragten mit der Einschätzung des Sachverständigenrats nicht übereinstimmen.

EZB-Direktorin gegen Geldflut

Und auch in den eigenen Reihen kommt Kritik auf. Die EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger sprach sich gegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Euroraum aus. Weiteren Zinssenkungen oder anderen expansiven geldpolitischen Maßnahmen stehe sie skeptisch gegenüber, sagte die stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht. Sie sieht bei diesen Maßnahmen auf Dauer ein größeres Risiko gegenüber dem Nutzen. Wenn allerdings jetzt die Zinsen erhöht würden, würde der Aufschwung ausgebremst. Dies hätte einen Anstieg der Arbeitslosigkeit und eine Senkung der Inflation zur Folge.

Technische Bewertung der Märkte:

Tageschart des DAX

Politische Börsen haben bekanntermaßen kurze Beine und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der DAX wieder an Boden gutmachen konnte. Wenn Sie sich diesen Chart hier in ein paar Monaten ansehen werden, dann werden Sie nicht mehr erkennen können, dass die Wahl Trumps verantwortlich für die Kerzen gewesen sein soll. Rein charttechnisch betrachtet hat der Kurs die Untergrenze der Seitwärtsrange angesteuert und dort kam Bewegung auf. Auf der Oberseite begrenzt die Marke von 10.800 Punkten eine weiteres Vorankommen und so konsolidiert der deutsche Leitindex an der Oberkante der Range. Mutige Trader haben bereits an der Untergrenze erste Long Postionen auf den DAX gekauft. Konservative Trader warten auf den Ausbruch nach oben und kaufen dann. Auch das ist keine Problem, da das Kursziel bei solchen Ausbrüchen bei der doppelten Range der Seitwärtsphase liegt, was im vorliegenden Fall bei gut 12.000 Punkten liegen würde. Potential genug also.

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Die Handelswoche: Unser Überblick

Nach der Rede von Mario Draghi am Donnerstag gab der deutsche Leitindex am heutigen Freitag deutlich nach. Kein Wunder, denn der oberste Währungshüter stellte in Aussicht, dass es nicht nur beim Anleihen-Kaufprogramm bleiben würde. Wörtlich sagte er: Wenn erforderlich, werden wir handeln, indem wir alle innerhalb unseres Mandats verfügbaren Instrumente nutzen.”

Glaubt man Experten, gehen der EZB damit so langsam die wichtigsten geldpolitischen Instrumente aus. Denn wenn die Zentralbank ihren Kurs beibehält, dann würden ihr bald die Anleihen ausgehen. Das aktuelle wichtigste Instrument. Das Problem ist, dass aufgrund der expansiven Geldpolitik verschiedene Staatspapiere bereits unter 0,4% Zinsen gerutscht sind – Minus 0,4% wohlgemerkt. Über kurz oder lang wird der Zentralbank dadurch nichts anderes übrig bleiben, als die Regeln der Anleihenkäufe zu lockern. Denn aktuell darf die EZB nur Anleihen erwerben, deren Rendite höher liegt.

“Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik der EZB ist deutlich gestiegen”, kommentierte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. “Ich erwarte, dass die EZB noch im Dezember eine Verlängerung des Anleihen-Kaufprogramms über März 2020 hinaus bekanntgeben wird.” Sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Bedingung für weitere mögliche Käufe wär aber wie beschrieben die Lockerung der Regeln für die Käufe. Draghi befeuerte diese Vermutung in dem er unterstrich, dass es der EZB weder am Willen noch an der Fähigkeit zum Handel fehle. Viele Analysten hatten aus diesem Grund schon am Donnerstag mit der Ausweitung des Anleihenkaufprogramms der EZB gerechnet. Hierüber hüllte sich Draghi jedoch in Schweigen. Auch die Zinsen blieben unverändert bei 0,0%.

Stellt sich die Frage, welche Aussagekarft Draghis Worte noch haben. Immerhin kauft die EZB nun schon seit gut 1,5 Jahren Anleihen im großen Stil und noch immer liegt die Inflationsrate deutlich unter dem erklärten Ziel der EZB. Mehr als 1 Billion Euro hat die Zentralbank in Kooperation mit den Nationalbanken in die Märkte gepumpt und dennoch erholt sich die Konjunktur nur schleppend.

Laut Aussage Draghis werde die weitere Erholung durch die Brexit Angst gebremst. Entsprechend korrigierten Ökonomen das Bruttoinlandsprodukt der Staaten um 0,1 Prozentpunkte auf 1,6%. Neben der EZB wären laut Aussage des EZB-Präsidenten auch die Staaten in der Pflicht für mehr Wachstum zu sorgen. “Länder, die finanziellen Spielraum haben, sollten ihn nutzen”, so Draghi. “Und Deutschland hat haushaltspolitischen Spielraum.”

Auch die BoE gerät in Zugzwang

Aber die EZB ist nicht die einzige Institution, die ihre Käufe ausweitet. Auch die BoE hat nach dem Brexit die Hände voll zu tun. Zwar gab es gute Zahlen aus dem Dienstleistungssektor zu vermelden und zwar so gute, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Dennoch signalisierte der Chef der BoE Bereitschaft, dass auch seine Bank die Anleihenkäufe ausweiten werden.

Besonders stark fiebern die Anleger und Analysten dem 21.09. entgegen. Dem Datum des nächsten Treffens der US-Notenbank. Wie immer beschäftigt die Frage, ob die FED dieses Mal Zeichen zu einer Anhebung der Zinsen geben wird. Analysten gehen angesichts der aktuellen Zahlen nicht davon aus. Aber selbst wenn es doch Anzeichen für eine Zinsanhebung geben sollte, dürften die Auswirkungen an den Aktienmärkten nicht so gravierend ausfallen.

Die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft hat die Sehnsucht nach noch mehr billigem Geld abgelöst. Vielen Anlegern wäre eine kleine Zinserhöhung in den USA als optimistisches Signal in die Zukunft lieber.” Konnte man aus den Reihen der Analysten von CMC Markets lesen

Ausblick auf die nächste Handelswoche:

In der nächsten Woche stehen am Dienstag dies Zahlen des ZEW-Index auf dem Programm, genauso wie die Veröffentlichung der Inflationsdaten für die Euro-Zone. Besonders auf diesen Zahlen wird das Hauptaugenmerk der Anleger liegen.

Technische Bewertung der Märkte:

Tageschart des DAX

DAX:

Der Deutsche Leitindex konnte sich in den letzten Wochen von seinem Tief im Juli deutlich erholen und nahm in den letzten Tagen Kurs aufs Jahreshoch. Aber dieser Anlauf scheiterte und der Kurs fiel in seine Seitwärtsrange zurück. Diese hat sich nun zwischen 10.500 Punkten auf der Untergrenze und etwa 10.750 Punkten auf der Oberseite ausgebildet. Sollte die Marke von 10.500 Punkten nach unten gebrochen werden, so droht eine größere Korrektur, da sich aktuell eine Doppel-Top Formation ausgebildet hat. Nächste Ziele wären dann in einem ersten Schritt die Marke von 10.100 Punkten (Tief vom 03.08) und schlimmstenfalls sogar Marken um die 9500 Punkten. Bei 10.300 Punkten etwa liegt allerdings ein großer Widerstandsbereich, der schon sehr dynamisch und unter großem Volumen nach unten gebrochen werden müsste, damit Punkte unterhalb von 10.000 Punkten realistisch werden. Nich vergessen: die 10.000 er Punktemarke ist eine psychologisch wichtige Marke, die nicht so leicht hergegeben werden sollte.

S&P500:

Tageschart des S&P500

Beim us-amerikanischen Index S&P500 droht derweil größeres Ungemach. Am heutigen Freitag büßt der breit aufgestellte Index aktuell gut 1,5 Prozentpunkte ein und scheint die Seitwärtsrange nach unten zu verlassen. Sollte das auf Basis des Tagesschlusskurs noch Bestand haben, dann ist davon auszugehen, dass auch der DAX im Strudel nach unten gezogen werden wird.

Gold:

Tageschart von Gold

Lange Zeit sah es danach aus, als würde Gold wieder an Bedeutung gewinnen und die Kurse weiter steigen würden. Aktuell hat sich jedoch ein mittelfristiger Abwärtstrend etabliert. Ob es sich hierbei möglichweise um eine Flagge handeln könnte, bleibt weiter abzuwarten. Einstiegskurse wären dann allenfalls auf der Unterseite des Abwärstrendes um 1.300$ zu suchen. Ansonsten kann Anlegern nur dazu geraten werden, hier die Füße stillzuhalten.

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Rück- und Ausblick der 18. Handelswoche – Die Wirtschaftslage in der EU und den USA im Fokus!

Die aktuelle Woche zeigt sich ein wenig turbulent, wenngleich sie noch nicht ganz vorüber ist. Am Mittwoch wurde das FOMC-Statement veröffentlicht, das keine Neuigkeiten bereithielt. Allerdings zeigten sich die Marktteilnehmer aufgrund des negativen BIP-Wachstums in den USA bereits im Vorfeld erwartungsvoll.

Der Anstieg des Euro gegenüber dem amerikanischen Dollar war hoch wie lange nicht mehr. Hierzu trug einerseits der anhaltende Bruch von 1,10 US-Dollar je Euro bei, der lange als sensibler Bereich galt. Es kam vermehrt zu Short-Trades. Zudem wurde der Euro-Anstieg auch durch das BIP-Wachstum des ersten Quartals, das schlechter als angenommen ausfiel, bekräftigt. Zunächst verzeichnete das Währungspaar EUR/USD einen Anstieg bis hin zu knapp unter 1,12 US-Dollar /je Euro. Durch das FOMC-Statement kam es zu einer Übertreibung nach unten. Ein Anstieg des Währungspaares auf über 1,12 US-Dollar je Euro war denkbar.

Auch an den europäischen Aktienmärkten, insbesondere im DAX, zeigten sich Auswirkungen. So fiel der deutsche Leitindex auf unter 11.600 Pkt., bis er heute sein Tief bei 11.340 Pkt. erreichte. Die nächste bedeutsame Unterstützung befindet sich bei 11.000 Pkt.

Wirtschaftslage in der EU

Aus Europa wurden die Verbraucherpreisindizes des Monats April für Deutschland, Spanien, Italien und die EU, die Arbeitslosenquoten aus Deutschland und der EU sowie das britische und spanische BIP-Wachstum bekannt gegeben.

Die deutschen Verbraucherpreise stiegen um 0,4 % und entsprachen damit den Erwartungen, allerdings waren die Preise verglichen mit dem Vormonat um 0,1 Prozent rückläufig. Italiens Preise verzeichneten im Vergleich zum Vormonat ein Wachstum, stagnierten jedoch im Vergleich zum vorherigen Jahr. In der EU zeigte sich kein Preiswachstum, was, verglichen mit dem Vormonat, jedoch als positiv zu betrachten ist. Das Preiswachstum Spaniens zeigt sich noch immer negativ, zeigt jedoch eine Aufwärtstendenz. Die deutsche Arbeitslosenquote zeigte mit 6,4 % keine Veränderung zum Vormonat, während die europäische im April von 11,2 auf 11,3 Prozent anstieg. Das britische BIP-Wachstum sank von 0,6 % im letzten Quartal auf 0,3 % und fiel im Vergleich zum Vorjahr von 3,0 auf 2,4 %. Das BIP-Wachstum Spaniens hingegen überzeugte mit einem Anstieg von 0,7 % im Vorquartal auf 0,8 % und stieg im Vergleich zum Vorjahr 2,0 auf 2,6 %.

Wirtschaftslage in den USA

Aus den Vereinigten Staaten wurden der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich, das CB Verbrauchervertrauen und das BIP-Wachstum im ersten Quartal sowie schwebende Eigenheimverkäufe veröffentlicht. Der EMI im Bereich der Dienstleistungen fiel geringer als angenommen und somit negativ aus, und auch das CB Verbrauchervertrauen war im Monat April rückläufig. Das BIP-Wachstum der USA überzeugte ebenfalls nicht: Es wurde ein Anstieg von 1 % erwartet, doch das BIP stieg nur um 0,2 % an. Lediglich die schwebenden Eigenheimverkäufe im März wiesen positive Daten auf.

Geldpolitik

Das am Mittwoch veröffentlichte FOMC-Statement hielt, wie bereits oben erwähnt, keine Neuigkeiten bereit. Somit gab es jedoch auch keine Änderungen hinsichtlich der vorherigen Angaben, die auch die mögliche Zinsanhebung im Juni umfassen. Auch vonseiten der EU fielen keine bedeutenden Entscheidungen.

Technische Bewertung der Märkte

Screen 1: Tageschart des DAX

Wie gewohnt möchte ich mich zuerst dem Tageschart des DAX widmen. In der letzten Woche ging ich noch davon aus, dass der DAX die Seitwärtsrange nach oben verlassen würde. Es kam jedoch zu fallenden Kursen und der DAX rauschte in die Tiefe – so zumindest die Aussagen der Menschen, die schon wieder einen Crash heraufbeschwören. Aber bereits zwei, drei Analysen zuvor habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Korrektur sehr wohl bis an das 62er Fibonacci-Retracement heranreichen kann. Im Übrigen spricht man erst dann von einer wirklichen Korrektur. Und wie man dem Chart entnehmen kann, ist diese Unterstützung noch nicht einmal erreicht. Ich wage also mal zu behaupten, dass wir möglicherweise in den nächsten Tage noch Kurse um 11200 Punkte sehen werden. Elliot-Wellen-Anhänger werden erkennen, dass es sich um eine klassische a-b-c-Formation handelt. Dabei weisen die erste Abwärtsbewegung der Korrektur und die zweite Abwärtsbewegung die gleiche Länge auf. Das könnte dafür sprechen, dass die Korrektur bald beendet sein dürfte.

Screen 2: Tageschart des S&P500

In der letzten Analyse schrieb ich, dass der Ausbruch aus dem Dreieck erst bestätigt werden muss um sicherzugehen, dass es sich dabei nicht um einen Fake-Ausbruch handelt. Und tatsächlich fiel der Kurs zurück in die Range und korrigiert aktuell.Dabei ist der Kurs sogar unter die 50-Tagelinie gefallen, was als Zeichen von Schwäche gewertet werden muss. Dennoch ist es möglich, dass der Kurs noch weiter an die grüne gestrichelte Linie korrigiert, ohne den Aufwärtstrend jedoch ernsthaft zu gefährden.

Screen 3: Tageschart von Gold

Nach wie vor befindet sich Gold in seiner Seitwärtsrange. Zwar werden die Bewegungen innerhalb der Range volatiler, was man anhand der Länge der Kerzen erkennen kann, aber neue Erkenntnisse bringen diese Informationen nicht. Eigenartigerweise korrelieren aktuell S&P500, Dow Jones und der DAX mit dem Rohstoff. Im Allgemeinen gilt Gold ja als Krisenwährung und hätte sich eigentlich genau andersherum verhalten müssen. Daher ist es oftmals hilfreich alles News auszublenden und sich allein auf den Chart zu konzentrieren. Und dieser signalisiert im Augenblick: Agieren Sie zurückhaltend bei der Positionierung bei Gold. Ohne einen nachhaltigen Ausbruch aus der Range ist keine verlässliche Aussage zur weiteren Richtung möglich.

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